Die Römer nennen ihn Pluto und die Griechen Hades. Was steckt hinter diesem geheimnisvollen Planeten?
Fragt man die Astronomen, dann ist Pluto schon seit dem Jahr 2006 kein offizieller Planet des Sonnensystems mehr, sondern nur noch ein Zwergplanet. Für die Astrologie ist dies unerheblich; sie betrachtet ihn weiterhin als vollwertigen und sogar sehr mächtigen Planeten.
Um Pluto noch besser verstehen zu können, lohnt sich ein Blick in die Mythologie: Nachdem Jupiter (griech. Zeus) seinen Vater Saturn (griech. Chronos), der all seine Kinder (Jupiters Geschwister) gefressen hatte, mit einer List entmachtet hat, teilten er und seine Brüder Neptun (griech. Poseidon) und Pluto (griech. Hades) die großen Reiche der Welt unter sich auf. Auf Jupiter entfiel der Himmel, Neptun machte sich die Meere untertan und Pluto wurde der Herr der Unterwelt.
Zu Pluto wird weiterhin überliefert, dass er nicht schön von Gestalt war und sogar ein sehr abstoßendes Aussehen hatte. Eines Tages verliebte er sich in Kore (späterer Name: Persephone), die Tochter von Demeter (der Göttin der Fruchtbarkeit) und Jupiter. Er entführte sie, als sie Blumen pflückte. Er bot ihr an, ihr alle Reiche der Welt zu zeigen, wenn sie seine Gemahlin wird. Kore fügte sich in ihr Schicksal. Jupiter unternahm nichts dagegen. Demeter aber war traurig und hinderte in der Folge alle Pflanzen der Erde am Wachstum. Jupiter griff dann doch ein, um zu verhindern, dass die ganze Welt verhungert. Am Ende einigten sie sich. Persephone blieb fortan nur einen Teil des Jahres (im Winter) in der Unterwelt und kam im Frühling auf die Erde zurück, um den Sommer bei ihrer Mutter zu verbringen. So entstanden die Jahreszeiten.
Weitere mythologische Assoziationen zu Pluto sind Charon (der Fährmann, der die Toten über den Fluss Styx übersetzt, nachdem Merkur sie dort hin geführt hat); Lethe (der Fluss des Vergessens, aus dem alle Toten trinken müssen, bevor sie das Totenreich betreten) und der Höllenhund Zerberus (mit scharfen Zähnen und zwei Köpfen, der den Eingang des Schattenreichs bewacht, damit kein Lebender hinein und kein Verstorbener hinaus kann).
Pluto wurde 1930 - also zwischen den beiden Weltkriegen - durch Clyde Tombaugh entdeckt. In dieser harten und grausamen Zeit wurde auch die Atombombe als Symbol für grenzenlose Zerstörungsmacht entwickelt. Er ist der äußerste bekannte Planet des (astrologischen) Sonnensystems, herrscht über das Zeichen Skorpion und benötigt für einen Umlauf um die Erde rd. 248 Jahre. Aufgrund seiner sehr exzentrischen Umlaufbahn ist seine Verweildauer in den einzelnen Tierkreiszeichen unterschiedlich lang (zwischen 11 und 29 Jahren). Er ist also in vielerlei Hinsicht besonders. Dies wird dadurch unterstrichen, dass seine Rotationsachse um ca. 120 Grad gegen die Senkrechte auf seiner Bahnebene geneigt ist. Dadurch liegt er fast auf der Seite und "rollt" (sich um die eigene Achse drehend) auf seiner Umlaufbahn.
Er steht als überpersönlicher Planet (neben Uranus und Neptun) für
- Geheimnisse,
- tiefgreifende Wandlung und Transformation der Schattenanteile und Projektionen,
- Wahrheitssuche (den Dingen auf den Grund gehen),
- das Ausloten der Tiefen (Assoziation: Bodenschätze; Pluto bedeutet: der Reiche),
- die Rolle als Gebieter über die Seelen und Richter über die Menschen nach dem Tod,
- das Kollektiv (Naturkräfte, Massenprozesse),
- den höheren Willen bzw. größeren Plan der Schöpfung, dem der Einzelne nichts entgegenzusetzen hat,
- Wandlungen, denen eine Menschengeneration unterworfen ist (kollektiver Evolutionsprozess).
Es geht bei ihm also ans Eingemachte. Im Mittelpunkt steht die im Leben immer wieder notwendige Transformation (siehe hierzu diesen Artikel), die notwendig ist, damit wir uns weiterentwickeln können. Dort wo Pluto in unserem Horoskop steht oder im Transit Horoskopfaktoren berührt, wird dies für uns Menschen mehr als deutlich in Form von Krisen und Bahnabweichungen spürbar. Er ist für uns unbequem und entlässt uns nicht aus der Verantwortung, die anstehenden (meist herausfordernden) Themen und uns selbst (inklusive unserer Schattenanteile) zu betrachten und weiter zu entwickeln.
Aus diesen Gründen lassen wir uns meist nicht gerne mit ihm ein. Häufig wird er sogar als Übeltäter angesehen, der Menschen nichts Gutes bringt. Diese Sichtweise trägt aus meiner Sicht nicht. In der modernen psychologischen Astrologie wird kein Faktor als per se gut oder schlecht angesehen. Es gibt immer eine helle und eine dunkle Seite und dies gilt auch für Pluto.













