
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heißt es. Auf den ersten Blick klingt dies ein wenig romantisch und tatsächlich ist in vielen Fällen auch etwas Wahres dran. Und gleichzeitig ist das mit den Veränderungen im Leben für uns Menschen so eine Sache. Meist mögen wir sie nicht so wirklich und bleiben lieber in unseren eingeübten Gewohnheiten, der Bequemlichkeit und der (scheinbar) damit verbundenen Sicherheit.
"Kai Zen" heißt es in Japan und das bedeutet: Nichts ist beständiger als der Wandel. Demnach ist nicht die Frage, ob sich etwas verändert, sondern wie wir uns dazu verhalten möchten.
Neuanfänge gibt es viele im Leben. Ein Kind wird geboren, der neue Job, die erste (oder nächste) große Liebe, ein neues (Lebens-)Jahr beginnt, ein Projekt wird gestartet, in der Nähe eröffnet ein neues Geschäft, eine neue Erkenntnis wird gewonnen und vielleicht in Verbindung damit eine innere Haltung und/oder ein Handeln im Außen verändert.
Im unserem Inneren ist die Notwendigkeit zur Veränderung und Weiterentwicklung intuitiv spürbar und gleichzeitig ist da oft eine (latente) Angst vor ... ja wovor eigentlich? Ein Antwortversuch:
Meiner Beobachtung nach glauben viele Menschen, dass sie Mut zu brauchen, um anstehende Veränderungen bewältigen zu können bzw. etwas für sie völlig neues ausprobieren oder initiieren zu können. Möglicherweise trifft das nicht uneingeschränkt zu.
Stell dir vor, du stehst im Freibad auf einem Zehn-Meter-Turm. Unten stehen andere Menschen, vielleicht sogar Freunde oder Bekannte von dir. Sie warten neugierig und gespannt darauf, wie du dich verhalten wirst. Es macht nun aus meiner Sicht einen großen Unterschied, aus welchem Grund du auf den Turm gestiegen bist. Passiert es aufgrund äußerer Umstände, Druck und/oder Erwartungen anderer? Ist es vielleicht sogar eine Mutprobe? Oder ist es so, dass du Lust auf die Erfahrung hast, dich vom Boden abzudrücken, frei durch die Luft in die Tiefe zu fallen, zu spüren, wie du ins Wasser eintauchst und wahrzunehmen, wie du dich anschließend fühlst?
Im ersten Fall wirst du vermutlich das Gefühl haben, Mut zu brauchen, um die Aufgabe bewältigen zu können. Im anderen Fall braucht es keinen Mut, denn das Vorhaben basiert auf einer eigenen inneren Motivation, die vermutlich mit Aufregung und gleichzeitig mit Neugierde und Vorfreude einhergeht.
Das Bewusstsein über diesen Zusammenhang hilft, eine selbstbestimmte (= bewusste) statt einer fremdbestimmten (= unbewusste, automatisierte) Entscheidung zu treffen. Angst spielt vermutlich in beiden Fällen eine Rolle, allerdings mit einer jeweils anderen Qualität.
Ich wünsche dir ein gutes Unterscheidungsvermögen hinsichtlich der Frage, welche Wege und Vorhaben für dich stimmig sind und welche auf Vorstellungen und Erwartungen anderer beruhen.













