Das Leben ist zutiefst zyklisch und mich fasziniert es immer wieder, wie die Astrologie und Entwicklungen in der Natur miteinander harmonieren.
Die Sonne wandert am 23.10.2026 in das Zeichen Skorpion. Der Herbst ist nun in vollem Gange und die Natur schreitet auf ihrem Weg in die dunkle Jahreszeit weiter voran.
Während in der Waage-Phase die Beziehung zwischen den Dingen, der Ausgleich und das Miteinander im Vordergrund standen, richtet sich die Aufmerksamkeit nun stärker auf das, was unter der Oberfläche liegt. Es geht um Tiefe, Intensität, Sicheinlassen und die Frage, was verbindlich Bestand hat, wenn das Äußere sich verändert. Das Leben möchte nicht mehr nur verbinden und ausgleichen, sondern auch durchdringen, aufdecken und wandeln. Was zuvor in Beziehung zueinander gesetzt wurde, wird nun auf seine innere Substanz geprüft. Es handelt sich also um eine nach innen gerichtete, konzentrierende und zugleich transformierende Energie.
Die Tage werden immer kürzer, die Nächte länger und die Kraft der Sonne nimmt spürbar ab. Die Landschaft verliert zunehmend ihre Farben und ihre sommerliche Fülle. Viele Bäume haben ihre Blätter bereits abgeworfen oder stehen kurz davor. Was eben noch grün und lebendig erschien, wird nun von kahlen Ästen und freigelegten Strukturen geprägt. Die Natur gibt einen Teil dessen auf, was sie im Laufe des Jahres hervorgebracht hat. Nährstoffe werden gespeichert, Wachstum und Stoffwechsel verlangsamt. Die abgestorbenen Pflanzenteile werden von Pilzen, Bakterien und anderen Organismen zersetzt und in den Kreislauf des Lebens zurückgeführt. Was äußerlich vergeht, wird zur Grundlage für neues Wachstum. Die Landschaft verliert ihre Durchsichtigkeit. Nebel, Regen und feuchte Böden prägen vielerorts das Bild. Das Licht wirkt gedämpfter und die Natur erscheint weniger offen und überschaubar. In den Wäldern ziehen sich viele Tiere in geschützte Bereiche zurück, andere bereiten sich auf den Winter vor oder legen Vorräte an. Die Zugvögel haben ihre Reise in wärmere Regionen vielfach bereits angetreten. Gleichzeitig beginnt unter der Erde ein kaum sichtbarer Prozess: Wurzeln, Samen und Knollen überdauern die kalte Jahreszeit und bewahren das Potenzial für einen neuen Anfang. Auch die Brunftzeit der Hirsche erreicht ihren Höhepunkt oder klingt allmählich aus. Die Natur zeigt uns in dieser Phase besonders deutlich, dass Leben und Tod keine voneinander getrennten Gegensätze sind. Vergehen und Werden gehören zusammen. Es ist die Zeit, in der sichtbar wird, dass Veränderung nicht allein bedeutet, etwas Neues hinzuzufügen. Manchmal muss etwas Altes vergehen, damit sich das Leben auf einer tieferen Ebene erneuern kann.
Dementsprechend lässt sich der Skorpion-Archetyp (Archetypen = Urbilder der Menschheit) z. B. als tiefgründig, leidenschaftlich, wahrhaftig, intuitiv, widerstandsfähig oder wandlungsfähig beschreiben. Doch alles in der Welt hat zwei Seiten und so kann es auch sein, dass z. B. ein eher geheimnisvolles, kontrollierendes, zwanghaftes, besitzergreifendes oder kompromissloses Verhalten zu beobachten ist.
Ohne diese Energie gäbe es keine Bereitschaft, sich nach dem Entstehen von Begegnungen und Beziehungen verbindlich auf Menschen, Aufgaben oder Ideale einzulassen. Es gäbe keine Fähigkeit. sich den schwierigen Seiten des (eigenen) Lebens (Schattenanteile) zu stellen, verborgene Zusammenhänge aufzudecken, auch in Krisen nach Entwicklungsmöglichkeiten zu suchen und so das Leben auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben. Sie steht mit Pluto, als dem Zeichen Skorpion zugeordneten Herrscherplaneten, für
- Tiefe, Intensität und das Ergründen verborgener Zusammenhänge,
- Wandlung, Loslassen und die Erneuerung durch Krisen und Übergänge,
- Leidenschaft, Willenskraft und die Fähigkeit, sich ganz einer Sache hinzugeben,
- Macht, Kontrolle und die Auseinandersetzung mit Abhängigkeiten,
- das Unbewusste, die Schattenseiten und die Bereitschaft, sich mit verdrängten Anteilen auseinanderzusetzen,
- Vergänglichkeit, Abschied und die Erkenntnis, dass Leben und Tod untrennbar miteinander verbunden sind.
Es geht im Kern darum, die in der Waage geknüpften Beziehungen auf ihre Tiefe und Wahrhaftigkeit hin zu prüfen und zu erkennen, was uns wirklich verbindet. Dies entspricht dem fixen, d. h. bewahrenden und vertiefenden Charakter dieses Zeichens ebenso wie dem zugehörigen Element Wasser. Es sagt: „Ich teile mit anderen!“, „Ich verwandle!“, „Ich lasse los!“
Im Symbol des Tierkreiszeichens lässt sich ein stilisierter Skorpion mit seinem Stachel erkennen. Bedeutend ist dabei, dass dieser zuerst nach unten (unter die gedachte Erdoberfläche) verläuft und sich dann als Hoffnungskomponente nach oben richtet.
Eine weitere symbolische Deutung sieht in dem Zeichen die germanische Man(naz)-Rune. Sie hat auch einen Bezug zum Tierkreiszeichen Widder; hier stellt sie einen aufrecht stehenden Mann mit nach oben ausgebreiteten Armen dar. Im Zeichen Skorpion ist sie auf den Kopf gestellt und symbolisiert den gestorbenen Menschen.
Alle Beschreibungen deuten auf eine Persönlichkeit hin, die ihre Erfüllung darin findet, den Dingen auf den Grund zu gehen, sich intensiv auf das Leben einzulassen und Wandlungsprozesse bewusst zu durchleben. Sie möchte nicht an der Oberfläche stehen bleiben, sondern verstehen, was Menschen bewegt, welche Kräfte im Verborgenen wirken und wie aus Krisen neue Möglichkeiten entstehen können. Gleichzeitig erinnert der Skorpion-Archetyp daran, dass Tiefe nicht mit Kontrolle und Wandlung nicht mit Zerstörung gleichzusetzen ist. Wirkliche Transformation entsteht dort, wo wir den Mut aufbringen, auch unangenehme Wahrheiten anzunehmen, Verletzlichkeit zuzulassen und das festzuhalten, was wirklich wesentlich ist – während wir zugleich bereit sind, das loszulassen, was seine Zeit hinter sich hat.













